Akupunktur
gebildet aus den lateinischen Worten acus (Nadel) und pungere (stechen), ist eine jahrtausende alte Heilmethode, die durch das Nadeln spezifischer Punkte die körpereigenen Selbstheilungskräfte aktiviert, um Gesundheit zu erhalten oder wieder herzustellen.
Sie ist ein Bestandteil der Traditionellen Chinesischen Medizin (TCM) und wird kombiniert mit anderen Therapieverfahren wie zum Beispiel Qi-Gong und Tai-Qi (Bewegungstherapien), Tuina und An Mo (Massagen), Moxibustion, chinesische Diätetik und Pilz- und Kräuterheilkunde.
Mit Akupunktur können Störungen und Erkrankungen des
- peripheren Nervensystems
- zentralen Nervensystems
- humoral- endokrinen Systems
- Immunsystems
- Herz- und Kreislaufsystems
behandelt werden.
Durch die Akupunkturnadel werden periphere Nervenzellen stimuliert und Impulse an das Rückenmark weitergeleitet. Es werden dabei Substanzen wie das Enkephalin, die die Schmerzübertragung verhindern und somit analgetisch wirken, freigesetzt. Ebenso gesichert ist, dass durch Akupunktur die Produktion von Serotonin und Glukokortikoiden beeinflusst wird. Studien weisen zudem eine Verbesserung der Durchblutung durch Smpathikusstimulation sowie eine Herabsetzung des Muskel- und des Bindegewebetonus nach.
Unter anderem sieht auch die Weltgesundheitsorganisation (WHO) eine Indikation für eine Akupunturbehandlung bei unterschiedlichsten Erkrankungen.¹
Mittlerweile ist sie ein weit verbreitetes komplementärmedizinisches Verfahren, das allein in Deutschland von schätzungsweise 40.000 Ärzten angewandt wird. Zwischen 2001 und 2005 nahmen 11.022 Ärzte am Modellvorhaben der Ersatzkassen "Akupunktur bei chronischen Schmerzen" teil. Die Ergebnisse zeigten, dass sich in allen Indikationsbereichen (chronische Kopfschmerzen, chronische Schmerzen im Bereich der Lendenwirbelsäule und chronische Schmerzen aufgrund degenerativer Gelenkserkrankung) gegenüber einer Nichtbehandlung eine deutliche und signifikante Besserung der Beschwerden ergab.²
¹ Lehrbuch "Naturheilpraxis heute", Urban & Fischer Verlag, 3. Auflage
² Deutsches Ärzteblatt Ausgabe A Nr. 4 vom 27. Januar 2006, Seite A 187
