Innere Medizin
Diagnose und Therapie von
- internistischen Krankheitsbildern
- internistischen Begleiterkrankungen bei Rheumatoider Arthritis
- Krankheiten mit Begleitrheumatismus¹
¹Gräfenstein, Klinische Rheumatologie, ecomed-Verlag, 3. Auflage 1997, Liste S. 12/13 Punkt 5- Paraneoplastische Krankheiten (primär und/oder Metastasen)
- Bluterkrankungen (u.a. Leukämien, Hämophilien, Sichelzellenanämie)
- Neuropathien (u.a. Charcot-Gelenke, Algodystrophie, Epilepsie, Hemi-Paraplegien)
- Lungenerkrankungen (u.a. Sarkoidose, Bronchialkarzinom)
- Arthropathien bei Akne
- Venerische Infektionskrankheiten (u.a. Lues, Gonorrhoe)
- AIDS
- Virale Arhritiden (Mumps, Röteln, Hepatitis B, Parvovirus B 19, Varizella-Zoster, Arboviren)
- Endokrine Erkrankungen (Hypophysentumoren - Akromegalie Hyperparathyreoidismus - Osteodystrophie)
- Arzneimittelinduzierte Erkrankungen bzw. toxische Erkrankungen (u.a. Antikoagulanzien, Drug-Le, Fluor, Prednisolon-Entzug, Kalzium)
- Aseptische Knochennekrosen (Perthes, Schlatter, Köhler, Kienböck)
Prävention
Ein Schwerpunkt der Behandlung neben Curation oder Palliation stellt die Prävention dar.
Ziele der Prävention
nach Gross, Schölmerich, Gerok: Die Innere Medizin, 10. Auflage, Verlag Schattauer
Maßnahmen der Prävention sollen verhindern, dass Krankheiten auftreten. Die Prävention kann entweder mögliche Ursachen einer Krankheit in der Umwelt beseitigen oder bei weiter bestehender Ursache die Krankheitsausprägung so vermindern, dass kein Risiko durch die Krankheit für den Betroffenen besteht und eine kausale Behandlung nicht erforderlich wird.
Klassisches Beispiel einer gegen die Ursache gerichteten Prävention ist die Malariaprävention durch die Bekämpfung der übertragenden Insekten. Ein Beispiel für die zweite Art der Prävention ist die aktive oder passive Impfung bei Infektionskrankheiten.
Prävention bei chronischen Krankheiten
Bei chronischen Krankheiten, bei denen in der Regel mehrere Faktoren ätiologisch und pathogenetisch wirksam sind, ist das Ziel der Prävention, den Beginn der Krankheit zu verzögern und ihre Progression zu verlangsamen. Die meisten chronischen Krankheiten setzen lange vor ihrer Manifestation latent ein. Erst nach Progression über einen längeren Zeitraum wird die Grenze zur manifesten Krankheit überschritten.
Da die Lebenserwartung in hohem Maße genetisch determiniert ist, führt ein späterer Beginn und eine verlangsamte Progression zu einer Verkürzung der Krankheitsphase am Lebensende. Man bezeichnet dieses Ziel der Prävention bei vielen chronischen Krankheiten als "Kompression der prämortalen Morbilität".
Darm
Der Darm und seine Bewohner - eine "Black-Box"?¹
¹ Freundlicher Dank an BIOVIS GmbH
Hat es Sie in diesem Winter bereits öfter "erwischt", d.h. sind Sie bereits mehrfach erkältet gewesen? Oder haben Sie manchmal den Eindruck, dass etwas mit Ihrem Verdauungstrakt nicht so recht stimmt, ohne dass Sie eine Ursache zuordnen können?
Viel häufiger als angenommen liegt die Wurzel derartiger Beschwerden im Darm. Das etwa 5-6 m lange, schlauchförmige Organ hat neben der Nahrungsverwertung weitere wichtige Aufgaben zu erfüllen. Den maßgeblichen Anteil der Arbeit leistet jedoch nicht der Darm selbst, sondern seine Bewohner, die zahlreichen Bakterien. Ihre Zahl ist so unermesslich groß, dass sie, wenn man sie wie eine Perlenkette aufreihen würde, die Erde etwa zweieinhalb Mal umspannen könnten. Immerhin repräsentieren sie etwa die Hälfte unseres Darminhaltes. Zusätzlich leben viele der nützlichen Mikroorganismen an der Darmwand.
Nach heutigem Wissenstand wird der Darm von 1012 bis 1014 Bakterien, d.h. Billionen Mikroben besiedelt. Damit ihnen der Darm genügend Wohnraum bieten kann, ist seine Oberfläche durch Falten, Zotten und Mikrozotten (feine Ausstülpungen der Oberfläche) um ein vielfaches vergrößert. Sie entspricht etwa der Fläche eines Tennisplatzes, also um die 400 m².
Darmbakterien
Welche Mikroorganismen leben in unserem Darm?
Der menschliche Darm gliedert sich in den Dünn- und Dickdarm. Diese beiden Abschnitte sind vom Aufbau und ihren Aufgaben her sehr verschieden. Während der obere Darmabschnitt, der Dünndarm, eher am aktiven Verdauungsgeschehen beteiligt ist, sorgt der Dickdarm dafür, dass der Darminhalt eingedickt wird und Mineralstoffe aufgenommen (resorbiert) werden. Der Sauerstoffgehalt im Darminneren nimmt nach unten hin kontinuierlich ab. So finden wir in jedem Darmabschnitt ein anderes Milieu vor, so dass der Darm Lebensräume für mindestens 500 - 600 verschiedene Bakterienarten bietet. Obwohl jede Art ihren speziellen Stoffwechsel aufweist, kann man die Darmflora generell in eine Säuerungs- und Fäulnisflora einteilen. Zur Säuerungsflora gehören beispielsweise Lactobazillen, Bifidobakterien und Enterokokken, sie verwerten hauptsächlich Kohlenhydrate. Fäulniskeime, wie z.B. Colibakterien oder Clostridien, bauen eher Fett und Eiweiße ab und bilden daraus alkalische Stoffwechselprodukte wie Ammoniak, Schwefelwasserstoff oder Indol bzw. Skatol. Diese Stoffe sind für den strengen Stuhlgeruch verantwortlich.
Die meisten Darmbewohner fühlen sich in einer sauerstofffreien Atmosphäre wohl, die ihnen der Dickdarm bietet. Weniger als 1 % der Besiedler verträgt Sauerstoff, ihr Standort ist daher der Dünndarm, der die Verdauung des sauerstoffhaltigen Mageninhaltes fortsetzt. Dabei wird auch Sauerstoff verbraucht, so dass der Sauerstoffgehalt im Darm nach unten hin abnimmt. Die Besiedlungsdichte nimmt dagegen stetig zu.
Wozu benötigen wir so viele Darmbakterien?
Wer sich schon einmal einer Antibiotikatherapie unterziehen musste, kann sich vielleicht an eine typische Nebenwirkung, den Durchfall, erinnern. Zusätzlich steigt die Anfälligkeit für Infekte an. Der Grund ist die weitgehende Zerstörung der Darmflora durch das Antibiotikum.
Der effektive "Schutzwall" unserer Abwehr ist vorübergehend außer Kraft gesetzt. Die Darmbesiedler bedienen sich dazu verschiedener Strategien. Zum einen bilden sie einen dichten "Rasen" auf der Schleimhaut, so dass Krankheitserreger nicht an der Schleimhaut andocken oder gar eindringen können. Zum anderen konkurrieren sie mit ihnen um lebenswichtige Nährstoffe. Zusätzlich sind viele Arten dazu in der Lage, Abwehrstoffe zu bilden, die das Erregerwachstum hemmen oder die Eindringlinge sogar abtöten. Auch ein gesundes, leicht saures Milieu im Darm ist für die meisten unerwünschten Arten eher ungünstig. Eine Stimulation des körpereigenen Immunsystems gehört ebenfalls zum Repertoire der Darmflora. Diese Strategien der mikrobiellen Barriere fasst man als Kolonisationsresistenz zusammen.
Darmflora
Aufgaben der Darmflora
- Beitrag zur Immunabwehr (Kolonisationsresistenz)
- Nährstoffversorgung der Dickdarmschleimhaut
- Anregung der Darmtätigkeit (Motilität)
- Bildung von Vitamin K
Wann ist die Darmflora verändert?
Viele Einflüsse können das Gleichgewicht durcheinander bringen. Allen voran sind Antibiotika, aber auch ein zu reichlicher Gebrauch von Laxantien (Abführmittel) sowie Fehlernährung zu nennen. Bei zuviel Fett und Eiweiß in der täglichen Kost vermehren sich vorrangig Fäulnisbakterien. Ihre Stoffwechselprodukte verursachen unter anderem Blähungen und Völlegefühl. Auch Erkrankungen und Stressfaktoren beeinträchtigen die Situation im Darm. Eine veränderte Darmflora kann also ein erster Hinweis auf Störungen oder Erkrankungen sein.
Das mikrobiologische GIeichgewicht wird gestört durch
- Fehlernährung (viel Fett, Eiweiß)
- Medikamente (Laxantien, Antibiotika, Corticoide)
- Erkrankungen im Verdauungstrakt, Infektionen
- Allergien, Unverträglichkeiten, Verwertungsstörungen
- Stressfaktoren
Wie kann man den Zustand seiner Darmflora feststellen lassen?
Auch wenn die Dickdarmflora nicht vollständig mit der Stuhlflora gleichzusetzen ist, liefert eine mikrobiologische Stuhlanalyse bereits wertvolle Informationen über die Situation im Darm. Der sogenannte Florastatus deckt Störungen des mikrobiellen Gleichgewichtes auf und erlaubt Rückschlüsse über die Abwehrsitutation bzw. den Schweregrad von Störungen.
Der Florastatus gibt individuell Auskunft über
- Die wichtigsten aeroben Bakterien
- Die wichtigsten anaeroben Bakterien
- Besiedlung von Hefen und Schimmelpilzen
- Mögliche krankmachende Eigenschaften (Pathogenität) vorhandener Pilze
- Säuregrad (pH-Wert) zur Beurteilung des Milieus
- Möglichkeiten zur Wiederherstellung des gesunden Gleichgewichtes Therapieempfehlungen und Ernährungstipps)